Aikido
Sprache auswählen
Teile diese Seite bei
  • Aikido

Bernd Firneburg
Head of Sales, Engineering Services Germany

Email

Gery Winkler
Regional Manager Germany, Product Information

Email

Crashsicher durch Aikido.

In den 120 Jahren seit Erfindung des Automobils hat sich das grundlegende Design von Autos kaum verändert. „Aikido“ stellt das alles in Frage und arbeitet mit neuen Formen, Materialien und Bauweisen. Mit dem Ziel, dass sich das Auto an das Aufprallszenario anpasst.

Benannt nach der japanischen Kampfsportart geht es bei unserem Aikido-Konzept darum, die Bewegungsenergie des Angreifers abzuleiten, anstatt immer „Kraft mit Gegenkraft“ zu beantworten. Konkret soll bei einem Frontalzusammenstoß mit geringer Überdeckung die Bewegungsenergie genutzt werden, um das Auto seitlich zu verschieben, d.h. es weicht aus und minimiert so die Schäden bei Unfällen.

In dem Projekt setzt Semcon unter anderem auf innovative Fertigungsverfahren, besonders kostengünstige Lösungen und Leichtbauwerkstoffe. Als besondere Herausforderung sollten auch in den crashrelevanten Bereichen des Frontend und der Längsträger Leichtbauwerkstoffe wie z.B. ME100 Magnesium verwendet werden. Viele interessante Leichtmetalle haben eines gemeinsam: es fehlt ihnen an Verformungsfähigkeit. Wenn sie stark deformiert werden, entstehen Risse und die Bauteile brechen. Die große Frage war also: wie können wir das Design von Autos so verändern, dass man diese Werkstoffe trotzdem, zum Beispiel im Frontbereich, verbauen kann?

Wenn wir mit unserer 120-jährigen Erfahrung und dem heutigen Wissen über Sicherheit und Leichtbau das Auto neu erfinden könnten, wäre das Ergebnis in Aussehen und Funktion weit von den Autos entfernt, die wir kennen.

Dr. Rudzewski, Leiter Innovation und Technik, Erfinder und Projektleiter „Aikido“

Eine Lösung ist der Aikido-Vorderwagen in dessen ursprünglichem Konzept für Elektro-Fahrzeuge  u.a. Radnabenmotoren verwendet und in der Front drei variable Schälträger anstelle der klassischen zwei Faltenbeul-Längsträger eingebaut wurden. Dadurch kann sich die Stoßstange bei einem exzentrischen Front-Aufprall je nach Überdeckung automatisch bis zu 45 Grad um die Hochachse drehen. Im kinematischen Zusammenspiel mit dem Gitterrohrvorbau und der Achsanlage transformiert sich der Vorderwagen zu einer extrem stabilen schiefen Ebene, die das ganze Auto seitlich an dem Hindernis vorbei leitet. Der Vorteil: ein deutlich reduziertes Verletzungsrisiko für Insassen und Unfallgegner. Mittlerweile wurde der Aikido-Vorderwagen so weiterentwickelt, dass das Prinzip auch in klassischen Fahrzeugstrukturen mit Frontmotor realisiert werden kann.

Weitere Informationen